Organisatorische Schutzmaßnahmen

CMT-Stoffe

Krebserzeugende (cancerorgen), erbgutverändernde (mutagen) und fortpflanzungsgefährdende (teratogen) Stoffe dürfen niemals im Kühlschmierstoff vorhanden sein (Information darüber erhalten Sie durch Sicherheitsdatenblätter und Rücksprache mit Lieferanten bzw. Herstellern).

Daher sind folgende Maßnahmen einzuhalten:

  • Es dürfen keine wassermischbaren Kühlschmierstoffe verwendet werden, die Nitrosierungsagenziene oder deren Vorstufen (wie Nitrite oder Nitrat abspaltende Substanzen, z.B.  bestimmte organische Nitroverbindungen) enthalten.
  • Es dürfen keine wassermischbaren Kühlschmierstoffe verwendet werden, die sekundäre Amine mit mehr als 0,2 Masseprozent enthalten. Dies gilt auch für so genannte „verkappte“ sekundäre Amine, die unter Einsatzbedingungen, (z.B. durch Hydrolyse in erheblicher Menge, in anderen Verbindungen) freigesetzt werden. Auch Formaldehyd freisetzende Biozide mit sekundären Aminen sind unbedingt zu vermeiden, da die N-Nitrosaminbildung durch Formaldehyd stark gefördert wird.
  •  Kühlschmierstoffe, die Chorparaffine enthalten (=Arbeitsstoffe mit begründetem Verdacht auf Krebs erzeugendes Potenzial), sind, wenn technisch möglich, nicht einzusetzen.
  • Nur nitratarmes Ansatzwasser verwenden (unter 50 mg/Liter).
  • Arbeitnehmer, die mit Kühlschmierstoffen in Berührung kommen, sind nachweislich in regelmäßigen Abständen und bei Einführung neuer Produkte oder Verfahren zu unterweisen.

Hautschutzplan

Sind Hautgefährdungen durch Kühlschmierstoffe zu erwarten, ist ein Hautschutzplan zu erstellen, in dem die Hautschutz-, Hautreinigungs- und Hautpflegemittel unter Berücksichtigung der verwendeten Kühlschmierstoffe und des Fertigungsablaufes festgelegt sind. Die Versicherten haben die im Hautschutzplan festgelegten Mittel wie folgt zu verwenden:

  • Vor Arbeitsbeginn, nach Pausen und nach jedem Waschen ist ein geeignetes Hautschutzmittel aufzutragen.
  • Vor Pausen und nach Arbeitsende ist mit einem pH-Wert5-neutralen oder leicht sauren Hautreinigungsmittel ohne Reibemittel zu reinigen. Reibemittel sind dabei nur zu verwenden, wenn der Grad der Verschmutzung dies unbedingt erforderlich macht. Anschließend sind die Hände zu trocknen.
  • Nach Arbeitsende ist ein Hautpflegemittel aufzutragen.
  • Eine arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchung nach dem Grundsatz G 24 „Hauterkrankungen“ ist bei Mitarbeitern zu veranlassen, die regelmäßig länger als vier Stunden pro Tag Feuchtarbeit durchführen (Pflichtuntersuchung). Mitarbeitern, die mehr als zwei und weniger als vier Stunden pro Tag Feuchtarbeit verrichten, ist diese Untersuchung anzubieten (Angebotsuntersuchung).

Hygienemaßnahmen

  • Im Arbeitsbereich oder in der Nähe des Arbeitsbereiches sollen Waschgelegenheiten mit fließendem warmem Wasser vorhanden sein (kein Warmlufttrockner).
  • An den Waschgelegenheiten müssen geeignete Mittel zum Abtrocknen vorhanden sein.
  • An Arbeitsplätzen, an denen die Gefahr einer Kontamination besteht, dürfen keine Nahrungs- und Genussmittel zu sich genommen werden.

Betriebsanweisung und Unterweisung

Für Tätigkeiten mit

  • Kühlschmierstoffen und Zusatzstoffen,
  • Einrichtungen, in denen Kühlschmierstoffe verwendet werden,
  • lufttechnischen Anlagen zur Erfassung und Abscheidung von Kühlschmierstoff-Dampf und Aerosolen

sind arbeitsbereichs- und stoffbezogene Betriebsanweisungen in verständlicher Form und Sprache aufzustellen. Darin sind die vom Inverkehrbringer mitgelieferten Angaben und sicherheitstechnischen Hinweise zu berücksichtigen.


Vor Aufnahme der Tätigkeiten sind

  • die Mitarbeiter anhand der Betriebsanweisung und des Hautschutzplanes mündlich und tätigkeitsbezogen zu unterweisen.
  • die Mitarbeiter darüber zu informieren, dass Hauterscheinungen zu melden sind.
  • die Betriebsanweisung und der Hautschutzplan an geeigneter Stelle bekannt zu machen.

An Einrichtungen, bei denen mit Kühlschmierstoffen umgegangen wird und Gefährdungen durch Haut- und Augenkontakt oder Emissionen zu erwarten sind, dürfen nur Mitarbeiter beschäftigt werden, die das 18. Lebensjahr vollendet haben und mit den Einrichtungen und Fertigungsverfahren vertraut sind. Sofern die Arbeiten zur Erreichung ihres Ausbildungszieles erforderlich sind, dürfen auch jüngere Mitarbeiter die Tätigkeiten unter Aufsicht durchführen.

Werdende oder stillende Mütter dürfen nur unter Berücksichtigung der Beschäftigungsbeschränkungen des Mutterschutzgesetzes und der Mutterschutzrichtlinienverordnung beschäftigt werden.